Kiefer Sutherland kämpft in „Mirrors“ mit dämonischen Spiegeln – Nichts für schwache Nerven
Trauen Sie Ihrem Spiegelbild nicht. Denn vielleicht beobachtet es Sie längst und führt äußerst Böses im Schilde. Die ganze Welt ist voller Spiegel. Flüchten zwecklos. „Mirrors“, der neue Schocker von Jungregisseur Alexander Aja spielt mit menschlichen Urängsten. Fans des Horrorfilms, gekonnt gemixt mit übernatürlichen Elementen, werden ihre Freude an diesem knapp zweistündigen Werk haben. Sicher, das Ganze ist eine Mischung aus „The Ring“, „The Grudge“ und irgendeinem Geisterhaus-Film. Und noch eine Prise „Exorzist“ dazu. „Mirrors“ ist ein durchweg spannender und auch tief gehender Horror-Streifen, der durch seine außergewöhnliche Genre-Kombination erst richtig interessant wird.
Kiefer Sutherland gibt überzeugend den Ex-Polizisten Ben Carson. Der musste seine Dienstmarke abgeben, weil er den Tod seines Partners mitzuverantworten hat. Ben schluckt starke Medikamente, um die Sache irgendwie zu verkraften. Weil er einen Neuanfang mit seiner Familie will, nimmt er schließlich den Job als Nachtwächter in einer Kaufhaus-Ruine an. Vor einem verheerenden Brand war das Gebäude einmal Stolz der gesamten Stadt. Aber schon bald stellt Ben fest, dass mit den überdimensionalen Zierspiegeln im alten „Mayflower“ etwas nicht stimmt – dass von ihnen sogar eine lebensbedrohliche Gefahr ausgeht. Nach und nach werden ihm die Hintergründe klar.
Spätestens hier wäre es Zeit, auch diesen Job an den Nagel zu hängen. Doch Ben muss realisieren, dass längst nicht mehr nur er alleine, sondern auch seine Frau Amy (Paula Patton) und die Kinder Michael (Cameron Boyce) und Daisy (Erica Gluck) bedroht sind. Die Sache wird immer mysteriöser, und in der Vergangenheit des Gebäudes tun sich Abgründe auf. Oder ist er von Schizophrenie geplagt? Weil ihm niemand glauben will, was er mit eigenen Augen gesehen hat, versucht Ben selbst zu retten, was zu retten ist. Doch den Kampf, den er aufnimmt, kann er kaum gewinnen…
„Mirrors“ ist nichts für schwache Nerven. Schon gleich zu Beginn spritzt Blut, und es wird noch schlimmer, als auch Bens Schwester (Amy Smart) zum nächsten Opfer wird. Etwas zu holprig wirkt der Übergang, als seine Frau endlich merkt, dass sie die Warnungen lieber ernst nehmen sollte und Ben mit auf dem Weg gibt: Tue das, was notwendig ist, damit es aufhört. Der bissige Cop lässt sich das nicht zwei Mal sagen – und die Kinobesucher fiebern mit.
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Eine Zusammenlegung der Print- und Online-Redaktion schließt man beim „Spiegel“-Verlag laut einem Bericht nicht mehr kategorisch aus.