
Das Wursterland diskutiert über geplanten Schwimmbad-Neubau – CDU zweifelt
Dorum. Würde ein neues Schwimmbad am Dorumer-Tief Land Wursten noch weiter in die roten Zahlen treiben? Darüber wird in der Politik stark diskutiert. Die genauen Zahlen zu einer möglichen Sanierung oder einem Neubau liegen noch nicht vor. „Es müssen erst alle Fakten auf den Tisch“, kommentiert SPD-Fraktionsvorsitzender Henry Kowalewski.
Die Schwimmbad-Debatte hat das Zeug für eine landkreisweite Auseinandersetzung.Denn in Bad Bederkesa (Moor-Therme) und in Cuxhaven (Ahoi-Bad) wird der Entscheidungsprozess im Wursterland argwöhnisch beobachtet. Verträgt das Cuxland ein weiteres Erlebnis- und Wellnessbad? Gerade im Hinblick auf die allgemein angespannte Haushaltslage in den Gemeinden halten es Kritiker für den falschen Weg, in Dorum-Neufeld für rund neun Millionen Euro ein neues Bad zu bauen. Bei der Kommunalaufsicht beim Landkreis und dem Land wären jedenfalls harte Bretter zu bohren. Gegenüber dem Sonntagsjournal hatte Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Neumann (SPD) vor einer drohenden Verödung am Dorumer Tief gewarnt. Aus seiner Sicht kommt die Kommune um einen Neubau nicht herum.
„Wir werden dafür kämpfen, dass wir unser Bad behalten“, betont Hans-Jürgen Iben, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Es wird immer ein Schwimmbad am Dorumer Tief geben.“ Kowalewski schlägt in die gleiche Kerbe: „Ohne Schwimmbad geht es nicht.“ Dafür sei der Tourismus ein zu bedeutender Standortfaktor in der Samtgemeinde. „Im Tourismus müssen wir uns auf Kreisebene einig sein“, fordert Kowalewski. Es müsse stärker über touristische Rahmenrichtlinien gesprochen werden. Darum habe sich der Tourismusausschuss im Landkreis bisher „noch etwas herumgedrückt“. Klar müsse doch aber sein, dass der touristische Wirtschaftseffekt in Land Wursten, Cuxhaven und Bad Bederkesa besonders stark sei.
Während sich die SPD in der Samtgemeinde Land Wursten den Neubau unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen kann, sieht die CDU die Lage wohl skeptischer und favorisiert die Sanierung und eine eventuelle Erweiterung des bestehenden Angebots: „Die Mehrheit bei uns zweifelt daran, dass ein neues Hallenbad in dieser Größenordnung finanzierbar ist“, gesteht Iben ein, zumal es die Angebote in Cuxhaven und Bad Bederkesa gibt. Auch sage das Tourismus-Gutachten, das die Samtgemeinde in Auftrag gegeben hatte, dass ein neues Bad nicht notwendig sei. „Und wenn die Bürger es mitbezahlen müssten, dann sähe ihre Zustimmung zu einem Neubau auch anders aus“, ist sich der Fraktionsvorsitzende sicher.
„Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert“, meint Kowalewski, würde sich die Politik gegen einen Neubau entscheiden – wenn die Sanierung fast so teuer wäre wie ein neues Bad und die Betriebskosten zudem nicht wesentlich höher ausfielen. Deshalb wolle die SPD nun in Ruhe die Zahlen abwarten, die Neumann Ende des Monats vorlegen will. „Es muss ja auch klar sein, welche Zuschüsse wir von der EU bekämen“, sagt Kowalewski.
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