Die Burg Bederkesa
Finanzkrise beim Kreis – Landrat: Nur „informelle Gespräche“
Kreis Cuxhaven. Die Gründung einer Kulturstiftung für den Landkreis – das könnte eine Folge der Finanzkrise des Landkreises sein. „Dafür müssten wir dann auch Klinken putzen gehen“, sagte Landrat Kai-Uwe Bielefeld dem SJ. Bei der Mitfinanzierung setzt er auch auf die Unterstützung von Privatleuten und von Unternehmen. Ziel müsse sein, die bedrohten Kultureinrichtungen in neue Trägerschaft zu bekommen. Neben der Burg Hagen könnte auch die Burg Bederkesa in eine solche Stiftung aufgenommen werden.
Der Landkreis ist unter Druck: Bisher gebe es nur „informelle Gespräche“, in denen deutlich gemacht wurde, dass der Haushalt mit den Änderungen genehmigungsfähig sein könnte. Aber schwarz auf weiß hat der Landrat von der Kommunalaufsicht aus Hannover dazu noch nichts. Diese hatte den Haushalt nicht genehmigt und „weitere werthaltige Maßnahmen“ verlangt. Bielefeld tagte am Freitag mit den hauptamtlichen Bürgermeistern, um die Finanzlage zu besprechen. Nach dem Kreistagsbeschluss müssen die Gemeinden nun weiterhin eine Kreisumlage (Zuschüsse der Gemeinden an den Kreis) von 52,5 Prozentpunkten zahlen, ursprünglich war eine Senkung um 1,5 Prozentpunkte vorgesehen gewesen. Die Bürgermeister hätten die Entscheidung hingenommen. „Eine weitere Diskussion hat es nicht gegeben“, sagte Bielefeld.
Auf SJ-Anfrage sagte dazu Thorsten Krüger, Bürgermeister der Stadt Langen: „Es muss in einer Demokratie erlaubt sein, auch eine andere Meinung zu haben.“ Er akzeptiere die Entscheidung des Kreistags zwar, „aber ich finde sie nach wie vor nicht gut“. Denn letztlich gehe die Entscheidung „zu Lasten der Lebensqualität der Bürger, wenn die Kommunen bei den freiwilligen Leistungen zum Beispiel im Sportbereich kürzen müssen“. Für alle Gemeinden, aber auch für den Landkreis gelte: „Jeder muss erst bei sich selbst anfangen, zu sparen. Wir in Langen haben da schon viel gemacht.“ Vom „Durchreichen nach unten“ halte er nichts, sagte Krüger. Und schließlich könne sich die Region nur gut entwickeln, wenn eine entsprechende Infrastruktur vorhanden sei.Arbeitsgruppe angekündigtWas die weiteren Sparvorhaben auf Landkreisebene betreffe, kündigte Bielefeld die Gründung einer politischen Arbeitsgruppe an.Zur Forderung von Claus Götjen, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, nach mehr Bürgerengagement in der Krise, sagte der Landrat: „In der Not ist es gut, wenn man auf ehrenamtliches Engagement setzen kann.“ Damit wolle er aber nicht in Frage stellen, dass es im Kreis nicht schon immer starke ehrenamtliche Tätigkeiten gegeben habe. Die Bürger aus Rechtenfleth zum Beispiel wollen alles daransetzen, dass das Hermann-Allmers-Haus auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein kann.
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