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Die Medien, die Elbe-Weser-Region und weltweite Schlaglichter

Eine trügerische Romantik

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„Unsere Erde“ als Film-Ereignis – Dramatische Szenen
Wahl fällt nicht schwer: „Rambo“ oder „Unsere Erde“. Während sich Senior Stallone im Nebensaal durch die Welt schlachtet, lassen sich die Zuschauer in Kino 1 auf ein wirklich besonderes Leinwand-Erlebnis ein, weit abseits von Hollywoods Stars und Sternchen. Ein Film, der lange nachwirkt und eindrucksvoll zeigt, dass die Natur ihren Weg geht – mit oder auch ohne Menschen.

Vom dunklen Nordpol geht es Richtung Süden über den Äquator, durch Wüsten und die geheimnisvollen Tiefen der Ozeane bis hinunter zu den Gewässern der Antarktis.Dieser Bilderbogen macht klar: So schön und vielfältig ist unsere Erde, wir sollten sie zu schätzen wissen. Doch der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten, das Eis schmilzt dramatisch, die Zukunft des Lebens auf der Erde ist mehr denn je ungewiss. Und mit diesem bedrückenden Gefühl verlässt der Zuschauer auch den Kinosaal.

Menschen spielen in „Unsere Erde“ keine Rolle. Sind sie doch auch nur Lebewesen, die an der Seite unzähliger Tier- und Pflanzenarten auf dem Planeten ums Überleben kämpfen.Wochenlang schlagen sich Elefanten mit ihren erschöpften Jungen durch Wüstenstürme, um ans lebensnotwendige Wasser zu kommen. Wale legen mit den Kälbern tausende von Kilometern zurück, um zu ihrer Nahrung zu gelangen. Und den Eisbären schmilzt buchstäblich der Boden unter den Füßen weg.

Verzweiflungstaten

Das treibt sie vor lauter Hunger zu Verzweiflungstaten. So zum Beispiel, als ein einziger ausgemergelter Eisbär eine mächtige Kolonie von Walrossen angreift. „Unsere Erde“ ist kein Film von der Stange, der einfach unterhalten soll. Dieses Kino-Ereignis nimmt uns mit an Orte auf dieser Welt, die kaum ein Mensch je gesehen hat. Ein hehres Ziel: die Natur in ihrer ganzen farbigen Schönheit, aber auch in ihrer unbarmherzigen Grausamkeit darzustellen. Das kann bei der unfassbaren Vielfalt natürlich nicht gelingen. Aber hier handelt es sich um ein Filmprojekt, das in seiner Wucht und seiner Schönheit fasziniert – auch tief betrübt, wenn der Eisbär jammernd und krampfhaft übers dünne Eis kriecht und dann einbricht. Wir dürfen die Augen nicht verschließen.Vom Material, das die mehr als 40 Filmteams in fünf Jahren gesammelt haben, hätte problemlos ein mehrstündiges Werk produziert werden können. Letztlich haben sie sich für 98 kurzweilige Minuten entschieden, wohl um die breite Masse stärker anzusprechen. Diese Bilder wirken aber erst richtig auf der Kinoleinwand. Fortsetzung dringend erwünscht! www.unsere-erde-derfilm.de

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Ein „Worst Case“-Szenario

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Elbvertiefung: Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) muss Prüfung nachlegen – „Bessere Simulation“
Kreis Cuxhaven. Die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) erstellt im Zusammenhang mit den mehr als 5000 Einwendungen zur Elbvertiefung jetzt eine „Worst Case“-Betrachtung. Das teilte Dr. Harro Meyer von der BAW dem Sonntagsjournal mit. Zuvor war bekannt geworden, dass die Hamburger Planfeststeller neue Pläne vorlegen werden.

Das SJ hatte berichtet, dass das Planfeststellungsverfahren zunächst ausgesetzt und neu aufgerollt werden muss. Grund sind erhebliche Nachbesserungen auf Grund der Einwendungen von Bürgern, Verbänden und Institutionen. So sind zum Beispiel umfangreiche Unterwasserablagerungen geplant, um die Küste stärker zu sichern. Durch eine erneute Auslegung der überarbeiteten Unterlagen kommt es zu einer Verzögerung des Erörterungsverfahrens.

Ergänzende Untersuchungen

Die BAW wies indes Vorwürfe von Kritikern zurück, sie müsse wie im Fall des Emssperrwerks nun auch bei der Elbvertiefung Fehler eingestehen. „Wie in jedem Planfeststellungsverfahren nimmt die BAW Einwendungen der Bürger und Einvernehmensbehörden zum Anlass, bei Bedarf ergänzende Untersuchungen vorzunehmen“, sagte Heyer. Deshalb komme sie der Forderung nach einer „Worst Case“-Betrachtung nach. Hierbei wird die schlimmste Sturmflut-Situation simuliert.

Zum Emssperrwerk sagte Heyer dem SJ: „Es wurden zum Emssperrwerk keine erheblichen Fehler eingeräumt, sondern dargestellt, dass eine extreme Sturmflut – die zirka alle 100 Jahre eintreten kann – ein etwas anderes Reflexionsverhalten am Sturmflutsperrwerk gezeigt hat, als man es noch vor zehn Jahren simulieren und vor allem verifizieren konnte.“ Mit den heutigen Methoden der BAW könne die angesprochene Dynamik „noch besser simuliert“ werden. Nach der Sturmflut von 2006 muss das Land nun Konsequenzen ziehen und die Deiche an der Ems um 70 Zentimeter erhöhen. 25 bis 30 Zentimeter dabei sind ein so genannter Klimazuschlag.

Unterdessen betonte Richard Schild, Sprecher des Bundesministeriums für Verkehr, gegenüber dem Sonntagsjournal, dass sich „die Bundesregierung uneingeschränkt zu ihrer hafenpolitischen Verantwortung bekennt“. In diesem Zusammenhang gehöre der Ausbau der seewärtigen Zufahrten mit Bundesmitteln zu den zentralen Feldern der deutschen Verkehrs- und Seehafenpolitik. Die Bundesregierung nehme „die Sorgen der Menschen in der Region, die in den Einwendungen zum Ausdruck kommen, sehr ernst“, vertraue aber auf die unabhängige Abwägung durch die Planfeststellungsbehörde.

„Seaports of Germany“

Zur Frage einer stärkeren Kooperation der deutschen Häfen sagte Schild, der Bund unterstütze Initiativen zur Verbesserung der Zusammenarbeit. „So werden zum Beispiel die deutschen Seehäfen eine gemeinsame Vermarktungsinitiative unter der Dachmarke ‚Seaports of Germany‘ starten.“ Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, David McAllister hatte in Richtung Hamburg erneut darauf hingewiesen, dass „in Wilhelmshaven und Cuxhaven im Gegensatz zur Unterelbe nicht gebaggert werden muss“. Der Naturschutzbund Hamburg hatte in der vergangenen Woche vor einer erneuten Elbvertiefung gewarnt. Die Planung sei „der schwerwiegendste Eingriff in den Fluss seit 50 Jahren“, betonte der Nabu-Vorsitzende Rolf Bonkwald. Die Elbe drohe zu einem Abwasser- und Schifffahrtskanal zu verkommen.

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Betroffene „aufgemöbelt“

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Ärger hinter den Kulissen der Beruflichen Rehabilitation bei der Wisoak – „Problematische Fälle“

Bremerhaven. Der Körper macht nicht mehr so mit, wie er eigentlich soll. Ob Bandscheibenvorfall oder Sehschwäche: Wer plötzlich seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, steht häufig vor dem Nichts. Führt der Weg in die Arbeitslosigkeit, oder gibt es ein Zurück? Über die Berufliche Rehabilitation sollen Betroffene die Möglichkeit für einen Neuanfang bekommen. Doch der ist hart. Bei der Wirtschafts- und Sozialakademie Wisoak hat es darum jetzt heftig gekracht.

Ehemalige Teilnehmer erhoben schwere Vorwürfe: „Wir sind wie das Letzte behandelt worden“, sagen sie. „Man wird dort richtig fertiggemacht und vorgeführt, wenn man Sachen nicht weiß, zum Beispiel, wie ein Lebenslauf verfasst werden soll.“ Hinzu komme, dass Betroffene in Bereiche vermittelt worden seien, in denen sie auf Grund ihrer Behinderung nicht mehr arbeiten dürften. „So sollte jemand, der einen Bandscheibenvorfall hatte, in einem Markt Paletten packen.“ Entscheidend sei nur gewesen, dass die Tätigkeit auf dem Papier anders bezeichnet wurde – beispielsweise als Mitarbeiter an der Information.Wenn sich die Betroffenen für die Berufliche Rehabilitation entscheiden, zahlt der Rentenversicherungsträger und nicht die Arbeitsagentur.

Die Teilnehmer erhalten bis zu 50 Prozent ihres letzten Gehalts. Die Wisoak-Gebühr von im Durchschnitt 2800 Euro pro Person übernimmt ebenfalls die Rentenversicherung. Es werde niemand in die Bildungsmaßnahme gezwungen, betont die Wisoak. Für die meisten allerdings bleibt ansonsten nur eine Alternative: Hartz IV. Es gebe immer Leute, die Schwierigkeiten damit hätten, sich erst einmal zurückzunehmen und sich neu zurechtzufinden, kommentiert Ursula Wetenkamp die Kritik ehemaliger Teilnehmer. Die 69-Jährige sieht sich als „Graue Eminenz“ des Weiterbildungsangebots Berufliche Rehabilitation, hat sie die Maßnahme doch 1993 mitgegründet: „Das ist mein Baby.“ Inzwischen arbeitet sie ihre Nachfolgerin ein; Anja Karp soll Wetenkamps Erbe weiterführen. Karp und Wetenkamp weisen die Vorwürfe scharf zurück: „Die jeweiligen persönlichen Umstände der Teilnehmer führen oft dazu, dass sie mit ihrer Situation ohnehin unzufrieden sind.“ Die Betroffenen müssten schon auf ihre Ratschläge und Kontakte vertrauen und sich daran halten. „Aber da sind problematische Fälle dabei. Wenn die Leute nicht selbst etwas erreichen wollen, ist es schwer.“ Sie habe jahrelang alles gegeben, um den Menschen zu helfen.

„Schon bedroht worden“

Wetenkamp ist resolut, meinen selbst Unternehmer, die mit ihr zusammenarbeiten. Sie vertrauen aber auf ihr fachliches Urteil, was das Profil der Absolventen betrifft.Der Job verlange viel Geduld und Kraft, weiß die 69-Jährige. Im Laufe der Jahre habe sie mit den Teilnehmern der Beruflichen Rehabilitation viele unterschiedliche Erfahrungen gesammelt, betont sie: „Ich bin sogar schon mal bedroht worden, weil sich jemand falsch behandelt fühlte.“

Die Teilnehmer der sechsmonatigen Kurse, darunter Mittzwanziger und 50-Jährige, müssen zunächst eine Theoriephase absolvieren, an die sich ein mehrwöchiges Praktikum anschließt. „Wir können froh sein, dass wir so viele Betriebe finden, die bereit sind, unsere Teilnehmer einzustellen. Schließlich ist es für den Betrieb eine zusätzliche Belastung“, sagt Wetenkamp. Mit einer Übernahmequote der Betroffenen von 70 bis 90 Prozent sei die Maßnahme im Übrigen sehr erfolgreich.

Die Kritiker legten Fragebögen vor, die merkwürdig anmuten. So hätten sie beispielsweise einen Fragenkatalog unter dem Titel „Wie ‚deutsch‘ bist du?“ ausfüllen müssen, der als Einwanderungstest gedacht ist. Der Unterricht sei häufig unbefriedigend abgelaufen, „weil der Einzelne zu wenig gefördert wurde“. Letztlich solle die Maßnahme nur Geld in die Kasse der Wisoak spülen, meinen die Kritiker. „Zudem sind die Praktikanten für die Betriebe doch billige Arbeitskräfte.“ Wetenkamp versichert: „Der Fragebogen ist nicht von uns“. Aber sicherlich fragten die Dozenten das Allgemeinwissen zur Auffrischung ab.Andere Absolventen der Beruflichen Rehabilitation sagen, sie seien mit der Maßnahme zufrieden gewesen. „Frau Wetenkamp und ihr Team haben alles getan, um uns richtig zu vermitteln.“

„Überdurchschnittliches Engagement“ attestiert die Firma „Laserpoint“ der 69-Jährigen: „Frau Wetenkamp reißt sich für die Teilnehmer ein Bein aus.“ In dem Unternehmen sind bereits mehrere Teilnehmer fest angestellt worden. Die Zusammenarbeit laufe sehr gut, sagt Geschäftsführerin Rita de Vries. Bei manchem Betroffenen sei „das Selbstbewusstsein aufgemöbelt“ worden.

Er sei froh, dass die Berufliche Rehabilitation nach der Kürzung der Fördergelder von der Arbeitsagentur weitergeführt werden konnte, sagt Dr. Heinz Weber, Leiter der Wisoak in Bremerhaven. Die Kurse seien scharf kalkuliert und nicht zuletzt so erfolgreich auf Grund des starken Engagements von Ursula Wetenkamp.

„Anerkannte Methode“

„Die berufspraktische Weiterbildung ist eine anerkannte Methode, die bundesweit Anwendung findet“, ergänzt Thomas Rathmann, Pressesprecher der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen. „Das gute und vertrauensvolle Miteinander, insbesondere mit der Leiterin Frau Wetenkamp, lässt die Möglichkeiten des regionalen regionalen Arbeitsmarkts für Rehabilitanden optimal erschließen.“

Eingetragen unter:Bremerhaven, Elbe-Weser-Region, Landkreis Cuxhaven

zoomer.de gestartet

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Ganz frisch: In der vergangenen Nacht ist das neue Nachrichtenportal zoomer.de gestartet. Es lohnt sich, einfach mal reinzuschauen. Hier werden Web2.0-Elemente und die News aus mehreren Redaktionen vereint. Zudem können sich die User stark einbringen.

*noch was vergessen*: Der Ex-Mr. Tagesthemen Ulrich Wickert mischt auch ordentlich mit. Spannende Konstellation…

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David McAllister: „Ich bin kein Zauberer“

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SJ-Interview mit dem Chef der CDU-Landtagsfraktion – Küstenautobahn, Elbvertiefung, VW und Die Linke

Hannover. Er ist der zweite Mann hinter dem Ministerpräsidenten Christian Wulff: der CDU-Fraktionsvorsitzende David McAllister hat eine bedeutende Machtposition. Seine jetzige „Querschnittsaufgabe“ findet er reizvoll. Im SJ-Interview sagt er, wo sein Herz in der Politik liegt – und wo es bleiben soll.

SJ: Als CDU-Fraktionsvorsitzender im Niedersächsischen Landtag sind Sie in einer Schlüsselposition, die Ihnen viele Kritiker, aber auch viele Sympathisanten einbringt. Wie gehen Sie mit dem starken Erwartungsdruck um?

McAllister: Das nehme ich gelassen hin. Natürlich gibt es viele Erwartungen an mich. Allen Wünschen kann niemand gerecht werden. Kluge Politik bedeutet vor allem, das Wünschenswerte und das Machbare in Einklang zu bringen.

SJ: Der „direkte Draht zur Landesregierung“, der ja auch von Ihnen hervorgehoben wird, ist in der Region mit vielen Wünschen verbunden. Wird da nicht oft zu viel von Ihnen verlangt?

McAllister: Für die Belange unserer Region will ich hart arbeiten, aber ich kann nicht zaubern. Alles muss nach Recht und Gesetz erfolgen. Ich sehe mich insbesondere als „Türöffner“ für die Kommunen im Landkreis Cuxhaven, um in Hannover Projekte anzuschieben. Durch ein persönliches Gespräch mit dem zuständigen Minister kann ein Problem meistens auf kurzem Weg aus der Welt geschafft werden.

SJ: Neulich haben Sie in einem Radio-Interview dem Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch zur Seite gestanden. Sind Sie auf dem Weg in die Bundespolitik?

McAllister: Ich bin mit Herz und Seele Landespolitiker, und das möchte ich bleiben. Als Fraktionsvorsitzender der CDU arbeite ich sehr vertrauensvoll mit Ministerpräsident Christian Wulff zusammen. Der Vorsitz einer Mehrheitsfraktion ist eine bedeutende Querschnittsaufgabe und mindestens so spannend wie ein Ministeramt. Was Roland Koch betrifft: Dass er die zunehmende Jugendgewalt im Wahlkampf thematisiert hat, war richtig. Die Politik muss sich jetzt nach den Wahlen weiter mit dem Thema befassen. Der sinnvolle Lösungsansatz ist ein Dreiklang aus Prävention, Integration und Repression. Und zwar in dieser Reihenfolge.

SJ: Die Linke ist künftig mit elf Sitzen im Landtag vertreten. Wie wollen Sie mit der Partei umgehen?

McAllister: Im Umgang gelassen und in der politischen Sachdebatte entschlossen. Die Linke verspricht allen alles. Das ist unbezahlbar und deshalb unehrlich. Aber für die SPD sind die Linken eine viel größere Herausforderung als für uns.

SJ: Sind Sie dafür, dass die Linke vom Verfassungsschutz überwacht wird?

McAllister: Die Mitglieder der Linken sind bunt gemischt. Da gibt es engagierte Gewerkschafter, enttäuschte frühere Sozialdemokraten und Grüne – aber eben auch ehemalige und aktive Mitglieder der Deutschen Kommunistischen Partei und der früheren SED. Der Verfassungsschutz hält eine Beobachtung der Partei „Die Linke“ als Nachfolgeorganisation der PDS weiterhin für erforderlich. Diese Auffassung teile ich.

SJ: Zur SPD. Sind Sie enttäuscht darüber, dass der gescheiterte Spitzenkandidat Wolfgang Jüttner weiter Fraktionsvorsitzender im Landtag und damit Ihr Gegenpart bleibt?

McAllister: Die SPD in Niedersachsen hat die Zeit seit der verlorenen Landtagswahl 2003 weder für eine inhaltliche noch für eine personelle Erneuerung genutzt. Das hat sich jetzt bei der Wahl gerächt. Herr Jüttner muss nun weiterhin Fraktionsvorsitzender bleiben, weil es sonst niemand machen kann oder will. Die Lage der Sozialdemokraten in Niedersachsen bezeichnen politische Beobachter als trostlos.

SJ: Bei der Elbvertiefung versuchen die Hamburger, weiter kräftig Druck auszuüben. Wie gehen Sie damit um?

McAllister: Wir sind jetzt mitten im Planfeststellungsverfahren. Gegen die geplante Vertiefung habe ich aus Gründen der Deichsicherheit und der Folgen für Natur und Landschaft schwerwiegende Bedenken. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung muss die mehr als 5000 qualitativ hochwertigen Einwände aus der Unterelbe-Region fachlich bewerten und abwägen. Die Folgen früherer Elbvertiefungen müssen gutachterlich untersucht werden. Die Haltung der Landesregierung ist eindeutig: Ohne Deich kein Leben. Die Deichsicherheit ist für uns nicht verhandelbar. Unser Ziel ist ein nationales Hafenkonzept für die Deutsche Bucht. Mit Wilhelmshaven und Cuxhaven haben wir zwei Standorte am natürlich seeschifftiefen Fahrwasser. Hier muss im Gegensatz zur Unterelbe nicht gebaggert werden.

SJ: Die FDP hat gefordert, dass das Land seine Beteiligungen an VW und an der Salzgitter AG verkauft. Das Geld soll in den Bildungsbereich investiert werden. Warum ist das mit Ihnen nicht zu machen?McAllister: Die FDP verfolgt eine streng ordnungspolitische Sicht, nach der der Staat sich nicht in die Wirtschaft einmischen soll. Die Landesbeteiligungen an VW und der Salzgitter AG sind aber aus einer besonderen Tradition heraus entstanden. Sie sind auch heute sinnvoll. VW hat eine überragende Bedeutung für Niedersachsen. Das Land hat eine besondere Verantwortung für die Beschäftigten und ihre Familien. Das gilt auch für die jetzt anstehende Novellierung des VW-Gesetzes.

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Elbvertiefung: Neue Pläne aus Hamburg

Behörden wollen Verfahren neu aufrollen

Kreis Cuxhaven/Hamburg. Die Hamburger Planer der Elbvertiefung wollen den mehr als 5000 Einwendungen aus der Region zuvorkommen. Sie haben jetzt veranlasst, dass das Planfeststellungsverfahren zunächst gestoppt und dann neu gestartet werden soll. Das bestätigten Jörg Osterwald für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und Planfeststeller Hans Seidel dem Sonntagsjournal.

„Wenn die neuen Unterlagen aus Hamburg vorliegen, werden die Pläne neu ausgelegt werden. Dadurch wird es auf Grund neuer Fristen natürlich zu einer Zeitverzögerung kommen“, sagte Seidel, der bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion des Bundes in Kiel für das Verfahren zuständig ist. Was die Gründe für die Neuaufnahme des Verfahrens betrifft, verweist Seidel an das Planungsbüro in Hamburg. Es gehe darum, im Vorfeld möglichst viele der von Bürgern, Verbänden und Institutionen eingereichten Einwendungen bereits „zielführend“ abzuarbeiten, um Einigungen zu erreichen. Die Einwende hätten im Verfahren ohnehin alle aufgegriffen werden müssen, aber um die größten Bedenken gleich auszuräumen, werde das Verfahren nun neu aufgerollt. So seien beispielsweise in Höhe Glameyer Stack bei Cuxhaven Sicherungsablagerungen unter Wasser geplant. „Wir werden die vorbereitenden Arbeiten im ersten Quartal abarbeiten, danach werden sie neu ausgelegt“, berichtet Osterwald. Die Erörterungstermine könnten also nicht im Sommer, sondern erst in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. „Das Verfahren wird aber noch dieses Jahr abgeschlossen.“

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Hohes „Konfliktpotenzial“

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Investoren wollen Windpark in Wehden durchsetzen – Bis zu 17 Anlagen geplant
 

Wehden. Hauptgesprächsstoff in Wehden ist zurzeit der geplante Windpark zwischen Wehden, Laven und Elmlohe. Auf einer Fläche von 340 Hektar sollen dort 12 bis 17 Windräder aufgestellt werden. Nach einer ersten Versammlung gab es jetzt eine weitere Informationsveranstaltung. Im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises ist der Park bisher allerdings nicht vorgesehen.

Die Betreiberfirma „Energiequelle“ stellte den Besuchern in Wehden Details der Anlage vor. Die „Windmühlen“ sollen eine Nabenhöhe von 140 Metern erreichen und eine Leistung von jeweils zwei Megawatt haben. Die Kosten pro Anlage mit allen Nebenkosten betragen drei Millionen Euro.42 Landwirte, die in dem Gebiet Flächen haben, sind von „Energiequelle“ angeschrieben worden, und die meisten von ihnen haben sich zu einer Interesssengemeinschaft zusammengeschlossen. Bei der Infoveranstaltung bestimmten die anwesenden Mitglieder vier Sprecher als Ansprechpartner der Betreibergesellschaft.Wie die Planer es allerdings schaffen wollen, den Park beim Landkreis und in der Politik durchzubringen, ist noch unklar. Zuerst solle nun die Gemeinde informiert werden, heißt es von Investorenseite.

Einer der Initiatoren des Projekts ist Arend Mollenhauer, Landwirt aus Wehdel und Ratsherr im Gemeinderat Schiffdorf. Für eine offizielle Stellungnahme seinerseits sei es noch zu früh, sagte er dem SJ. „Bei uns liegt noch kein Antrag vor“, berichtet Gemeindebürgermeister Klaus Wirth. Er hebt das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises hervor, das bis 2012 gelte. Im Übrigen berge das Vorhaben „erhebliches Konfliktpotenzial“ in den Nachbar-Ortschaften, wie in der Vergangenheit schon Windpark-Pläne für Marschkamp und Sellstedt gezeigt hätten. Auch der Standort im Moor sei problematisch. Zunächst müsse in der Politik darüber beraten werden. Die Interessengemeinschaft will die Flächen zur Verfügung stellen. Dafür sollen die Mitglieder Nutzungsentgelt je nach Größe ihres Grundstücks erhalten. „Energiequelle“ rechnet mit einer Ausschüttung von 500000 Euro im Jahr an die Bauern.

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Stadt blickt auf die Imbiss-Lage

Langen: Neue Entwicklungen im Zentrum
 

380_008_2211143_855stadtmi.jpg Das Grundstück in der Stadtmitte steht zum Verkauf

Langen. Von mehreren zurzeit anstehenden Entscheidungen hängt es ab, wie sich das Gesicht der Langener Stadtmitte weiterentwickeln wird. Während erste Arbeiten am Lindenhof-Zentrum begonnen haben, steht nun das gegenüberliegende Imbiss-Grundstück zum Verkauf, und auch für den „extra“-Markt könnten sich Veränderungen anbahnen.

Die Fensterfront des Lindenhofsaals ist bereits erneuert worden. Weitere Schönheitsarbeiten am Einkaufszentrum in der Stadtmitte sollen in den kommenden Tagen folgen, versichert Rechtsanwalt Wolfgang Lutz, der als Zwangsverwalter des Gebäudes eingesetzt ist. Investor ist „Hudson Advisors Germany“ (Hamburg).

„In Kürze gibt es eine Baubesprechung wegen des geplanten Umbaus der Lindenhof-Zufahrt“, berichtet Lutz und versichert: „Wir wollen jetzt Gas geben.“ Der angekündigte Teilabriss des Parkhauses für eine neue Ladenpassage werde voraussichtlich erst am Ende der Arbeiten stehen. Zunächst müssten mit der Neuregelung der Verkehrssituation und dem Umbau der „Aldi“-Fassade die Vorbereitungen getroffen werden, sagt der Rechtsanwalt. Vorgesehen ist zum Beispiel eine neue Linksabbieger-Spur zum Aldi. Während der Bauarbeiten wird der Discounter einen Zeltverkauf auf dem Parkplatz des „extra“-Markts anbieten.

Noch in den Sternen

Die Zukunft des „extra“ steht noch in den Sternen. Gerüchteweise ist von einer Schließung zum Jahresende die Rede. Die Kette soll an die „Rewe“-Group verkauft werden, die auf der Stadtgrenze bereits einen Markt betreibt. Gegenüber dem SJ sagte Rewe-Sprecher Andreas Krämer: „Die Rewe-Group übernimmt die ‚extra‘-Märkte zum 1. Juli 2008. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Kartellbehörde. Zurzeit verschaffen wir uns näheren Einblick in die wirtschaftliche Situation jedes einzelnen Standortes.“ Somit sei „zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Entscheidung gefallen, ob und welche Märkte gegebenenfalls geschlossen werden müssten“. Für die Gerüchte dürfte sich die Bünting-Gruppe interessieren, die in Langen gerne einen „Combi“-Markt einrichten möchte und einen Standort sucht.

 Direkt gegenüber des Lindenhof-Zentrums an der Landesstraße 135 stehen momentan das Imbiss-Grundstück und ein dahinterliegender Bungalow zum Verkauf. Für Langen eine „exponierte Lage“, weiß Bernd Icken von der Volksbank Bremerhaven-Cuxland, die die Immobilien anbietet.„Wir haben schon mehrere Interessenten“, sagt Icken. Von Plänen, den Imbiss weiterzuführen, bis hin zu einem Abriss und Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem insgesamt 1700 Quadratmeter großen Grundstück sei alles dabei. Auch die Stadt Langen hat sich zwischenzeitlich in die Verhandlungen eingemischt. Es müsse für die Stadt das Beste herauskommen, meint Bürgermeister Thorsten Krüger. Solange das Vorhaben eines Investors im Sinne der Stadt sei, werde die Stadt ihr Vorkaufsrecht nicht ausüben.Der Discounter „Lidl“ unterdessen ist mit dem Kundenzuspruch beim neuen Markt neben dem Rathaus zufrieden. „Die Leute kommen auch aus den umliegenden Landkreis-Ortschaften“, freut sich Verkaufsleiterin Inga Beck.

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Gute Chancen

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Vockert als Ministerin im Gespräch

Hannover/Kreis Cuxhaven (dbl). Die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, Astrid Vockert (CDU), aus Schiffdorf hat gute Chancen auf ein Ministeramt in der neuen Niedersächsischen Landesregierung. Sie könnte die Position des jetzigen Kultusministers Bernd Busemann einnehmen, wenn dieser zum Landtagspräsidenten gewählt würde.

„Mindestens zwei, möglichst drei“ Frauen müssten im neuen Kabinett von Ministerpräsident Christian Wulff vertreten sein, fordert die Landesvorsitzende der Frauen Union, Dr. Eva Möllring. Vockert sei eine „erfahrene Politikerin, die mit allen Wassern gewaschen sei“, sagte Eva Möllring gestern dem Sonntagsjournal. Inbesondere in den Bereichen Bildung und Sport habe sie sich mit ihren Kompetenzen stark engagiert, meinte Eva Möllring.Ein Hinderungsgrund könne allerdings sein, dass bei der Verteilung der Ämter auf die „regionale Ausgewogenheit“ geachtet werde. Mit David McAllister als CDU-Fraktionsvorsitzendem kommt bereits eine entscheidende Führungsperson aus dem Landkreis Cuxhaven.

Sie wolle sich allerdings nicht „für eine einzige Person aussprechen“, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete und Ehefrau des Niedersächsischen Finanzministers Hartmut Möllring. 15 CDU-Frauen seien landesweit im Gespräch, sagte sie.Vockert sagte dem SJ, bevor es um Personaldinge gehe, müssten jetzt innerhalb der Koalitionsverhandlungen zunächst „sachliche Positionen“ abgeglichen werden.

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